Lungenkrebsrisiko durch Tee: Eine Tasse von dieser Teesorte entspricht dem Rauchen von 100 Zigaretten

Tee ist nicht immer gesund
© Lucy Lambriex@Getty Images
Tee ist nicht immer gesund

Es gibt eine bestimmte Teesorte, die als Energielieferant angepriesen wird, die aber angeblich auch das Risiko für verschiedene Krebsarten erhöht.

Es ist erwiesen, dass Kräutertees das Immunsystem stärken, Entzündungen hemmen und sogar Krebs und Herzkrankheiten vorbeugen können. Allerdings steht eine bestimmte Teesorte im Verdacht, das Krebsrisiko zu verdreifachen, und sollte daher gemieden werden.

Kein gewöhnlicher Energielieferant

Yerba Mate ist ein Kräutertee, der aus Südamerika stammt. Der Tee wird heiß oder kalt serviert und wird mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen beworben. Besonders geschätzt wird er wegen seines hohen Gehalts an Antioxidantien und seiner anregenden Wirkung.

Manche behaupten sogar, er enthalte 90 % mehr Antioxidantien als grüner Tee (der übrigens hervorragend beim Abnehmen helfen soll). Seine koffeinhaltige Zusammensetzung kann die geistige Konzentration und Wachsamkeit verbessern und das Energieniveau anheben, ohne die nervöse Wirkung von Kaffee zu verursachen. Wie den meisten Tees wird auch Yerba Mate nachgesagt, dass er das Immunsystem stärkt, bestimmten Krebsarten und Herzkrankheiten vorbeugt und den Körper vor häufigen Infektionen schützt.

thumbnail
Der Tee wird traditionell in einer Kalebasse serviert und durch einen Metallstrohhalm getrunken cristianl@Getty Images

Trotz der vielen gepriesenen Vorteile hat die Forschung Yerba Mate mit einigen Arten von Krebs in Verbindung gebracht. Nach Angaben des Memorial Sloan Kettering Cancer Center:

Hohe Dosen und längerer Konsum von Mate-Tee werden mit einem erhöhten Risiko für Prostata-, Blasen-, Mund-, Speiseröhren-, Lungen- und Kopf-Hals-Krebs in Verbindung gebracht.

Der Tee enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die auch in gegrilltem Fleisch und Tabakrauch enthalten sind.

Belastende Forschung

Eine an 1.000 Erwachsenen aus Uruguay durchgeführte Studie ergab, dass starke Teetrinker:innen ein 60 mal höheres Risiko haben, an Lungenkrebs zu erkranken, als diejenigen, die den Tee nicht so häufig trinken.

Die Studie, die in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology Biomarker and Prevention veröffentlicht wurde, legt nahe, dass das Gebräu auch das Risiko für Atemwegs- und Verdauungskrebs erhöhen kann.

Die Ergebnisse dieser Studie geben den Forschern Anlass zu der Annahme, dass der beliebte Tee für einen von fünf Krebsfällen in Südamerika verantwortlich sein könnte.

Die Autor:innen eines anderen Artikels, der 2012 in der Zeitschrift Environmental Science and Technology veröffentlicht wurde, sagten:

[Wenn wir] davon ausgehen, dass der durchschnittliche Verbrauch von 50 Gramm Blätter pro (Kürbis), dann trinken eine durchschnittliche Tasse Mate in der traditionellen Art und Weise würde der Verbraucher zu [die] äquivalente Inhalt des Rauches von 100 Zigaretten (fünf Packungen) aussetzen.

Yerba-Mate-Tee hat auch einige unangenehme Nebenwirkungen wie Magenverstimmungen, Kopfschmerzen (die mit ein paar Tricks aber auch wieder verschwinden können), Angstzustände, Ohrgeräusche, Übelkeit und Erbrechen.

Verwendete Quellen:

Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Mate

Cancer Epidemiology Biomarker and Prevention: Cancer and yerba mate consumption: a review of possible associations

Environmental Science and Technology: Significant variation in the concentration of carcinogenic polycyclic aromatic hydrocarbons in yerba maté samples by brand, batch and processing method