Deutsche Passagiere der Hondius nach Hantavirus-Ausbruch zurück in Deutschland © AFP
Veröffentlicht am 11/05/2026 um 11:50 von der Redaktion

Deutsche Passagiere der Hondius nach Hantavirus-Ausbruch zurück in Deutschland

Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius landen vier deutsche Passagiere in den Niederlanden und werden nach Deutschland gebracht. Was ist genau passiert – und wie groß ist das Risiko für die Bevölkerung?

Alarm auf See, Evakuierung im Eiltempo: Vier Deutsche sind nach einem dramatischen Hantavirus-Ausbruch an Bord der Hondius nun wieder auf deutschem Boden. Die Kreuzfahrt, gestartet am 1. April in Ushuaia, war plötzlich vom Albtraum eines hochinfektiösen Virus geprägt, das medizinische Notfallpläne in Gang setzte. Jetzt liegt der Fokus auf den Rückkehrern – und der Frage nach den Folgen für alle anderen.

Evakuierung, Quarantäne und internationale Rettungsoperationen

Am Sonntagmorgen ist die Hondius mit rund 150 Menschen an Bord in Granadilla auf Teneriffa eingelaufen. Noch am gleichen Tag beginnt das große Ausfliegen: Evakuierte in blauen Schutzanzügen werden per Boot und Bus von Bord geholt und auf spezielle Flüge verteilt. Für die vier deutschen Passagiere geht es zunächst nach Eindhoven – gemeinsam mit weiteren Rückkehrenden aus den Niederlanden, Belgien, Griechenland und Argentinien. Auf dem Militärflughafen Eindhoven werden sie noch einmal kontrolliert, bevor mehrere Rettungswagen sie bei Einbruch der Nacht nach Frankfurt bringen. Ab dort entscheidet das zuständige Gesundheitsamt, wie es weitergeht: Für einige geht es in Quarantäne im eigenen Bundesland, einer wird an die Charité in Berlin überwiesen. Die übrigen Passagiere verschiedener Nationalitäten werden ebenso in ihren Heimatländern medizinisch exakt überwacht, wie der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums erklärte. „zeigt die Person bisher keine Symptome“ und „kommt aus der Region Berlin-Brandenburg“, so die Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin zu einem der Rückkehrenden.

Der Ausbruch auf See: Todesfälle, Ursachen und Risikoeinschätzung

Der Hantavirus-Ausbruch auf der Hondius nimmt seinen Anfang mit tragischen Todesfällen: Ein erster niederländischer Passagier stirbt am 11. April an Bord, seine Ehefrau am 26. April, nach einem Flug nach Johannesburg. Am 2. Mai folgt eine deutsche Mitreisende – ihre Leiche bleibt bis zur Ankunft des Schiffes in Rotterdam an Bord. Insgesamt bestätigt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sechs Infektionen sowie zwei Verdachtsfälle; drei der Infizierten überleben nicht. Die WHO vermutet, dass das niederländische Paar sich schon vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt hat und dann das Virus weiterverbreitet wurde. Die Infektion gilt als selten, ist aber in diesem Fall von Mensch zu Mensch übertragen worden. Am ersten Evakuierungstag wurden 94 Personen in verschiedene Länder gebracht: 14 Spanier, 5 Franzosen, 20 Briten, 4 Deutsche, sowie weitere aus den Niederlanden, Belgien, Griechenland und Guatemala. Ein Flug nach Australien war für den folgenden Tag angesetzt. Passagiere und Kontaktpersonen müssen 42 Tage unter medizinischer Beobachtung bleiben. Das Risiko für die Allgemeinheit stuft die WHO jedoch als „absolut gering“ ein, und auch EU-Gesundheitsbehörden sprechen von einer „sehr geringen“ Gefahr eines größeren Ausbruchs:

„sodass es unwahrscheinlich ist, dass es zu vielen Infektionsfällen oder einem großflächigen Ausbruch in der Bevölkerung käme“ (ECDC).

Lars Schaade vom Robert Koch-Institut beruhigt weiter:

„Aber die gute Nachricht ist eigentlich, das ist kein Virus, das sich verbreitet. Und insofern kann ich, glaube ich, sagen: Ich sehe eigentlich keine Gefährdung für die Bevölkerung in Deutschland und auch keine Pandemie-Gefahr.“

Logistik und Ausblick: Was passiert mit Schiff und Crew?

Die Hondius wird nach dem Notstopp in Teneriffa jetzt mit verkleinerter Crew Richtung Rotterdam weiterfahren, Flagge der Niederlande voraus. Auf dem Weg verbleiben an Bord die sterblichen Überreste der verstorbenen Passagierin. Die Desinfektion des Schiffs ist den niederländischen Behörden vorbehalten und soll nach dem Eintreffen im Rotterdamer Hafen vollzogen werden – voraussichtlich in rund fünf Tagen. Die Ministerin für Gesundheit in Spanien, Mónica García Gómez, beschreibt den ersten Evakuierungstag als „ziemlich intensiven“. Parallel laufen internationale Kontaktermittlungen auf Hochtouren. Auch in Deutschland müssen alle weiteren Kontaktpersonen, die auf der Hondius in Berührung mit Infizierten kamen, strengstens beobachtet werden. Roman Wölfel, Microbiologe von der Universität der Bundeswehr in München, hebt hervor:

„Die Kombination aus Isolation, Kontaktverfolgung und medizinischer Überwachung dürfte das Geschehen vergleichsweise gut kontrollierbar machen.“

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Verwendete Quelle:

Hantavirus: Vier deutsche Kreuzfahrt-Passagiere am Sonntag in Niederlanden erwartet