„eine Handgranate auf die US-Wirtschaft“: Wie der Wirtschaftsnobelpreisträger Donald Trumps Kurs sieht

„eine Handgranate auf die US-Wirtschaft“: Wie der Wirtschaftsnobelpreisträger Donald Trumps Kurs sieht
© @potus
„eine Handgranate auf die US-Wirtschaft“: Wie der Wirtschaftsnobelpreisträger Donald Trumps Kurs sieht

Der renommierte Ökonom Joseph E. Stiglitz findet klare Worte für die Wirtschaftspolitik von Donald Trump: Seine jüngsten Maßnahmen würden die Märkte und Verbraucher in den USA hart treffen. Was steckt hinter dieser vernichtenden Einschätzung?

20 spannende Fakten über Donald Trump

Joseph E. Stiglitz, Träger des Wirtschaftsnobelpreises, spart nicht mit Kritik an der Politik des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump. Im Interview mit dem Handelsblatt bezeichnete Stiglitz die jüngsten wirtschaftlichen Eingriffe als „eine Handgranate auf die US-Wirtschaft und die Weltwirtschaft als Ganzes geworfen“. Was nach starker Rhetorik klingt, stützt er mit einer Fülle von aktuellen Daten und Beobachtungen aus den USA: Die Unsicherheit für Bevölkerung und Unternehmen wachse, die Preise steigen, Arbeitsplätze schwinden, und ein Ende der gefährlichen Gemengelage sieht Stiglitz nicht.

Stiglitz: „selbstschädigend“ und eine neue Dimension der Unsicherheit

Trump hat sich mit seiner zweiten Amtszeit erneut für hohe Zölle und protektionistische Maßnahmen entschieden, für Stiglitz ein fataler Fehler. Er hält die US-Politik für „selbstschädigend“ und bescheinigt der aktuellen Wirtschaftslage „eine völlig neue Dimension“ der Unsicherheit. Die ständigen Kurswechsel und die aggressiven Handelskonflikte, etwa mit dem Iran, lösen laut dem Nobelpreisträger Unruhe auf den Finanz- und Energiemärkten aus. Firmen verschieben Investitionen, private Haushalte halten sich mit Ausgaben zurück.

Kosten für US-Haushalte steigen messbar, Zahlen und Wahrnehmung

Die Auswirkungen auf die Verbraucher sind deutlich spürbar und lassen sich auch in Statistiken nachzeichnen. Laut einer Umfrage von Harris Poll aus dem Februar 2026 empfinden 70 Prozent der US-Amerikaner, dass die von Trump eingeführten Zölle die Preise steigen lassen. Sogar 72 Prozent aller Wähler bescheinigen den neuen Zöllen überwiegend negative Effekte, so das Meinungsbild für The Guardian. Ganze 67 Prozent glauben nicht daran, dass diese Maßnahmen die Wirtschaft stärken können. Bemerkenswert: Selbst unter den Republikanern erkennen 64 Prozent gestiegene Preise, während rund 77 Prozent der Demokraten und 67 Prozent der unabhängigen Wähler dies bestätigen. Besonders betroffen zeigt sich der Lebensmittelbereich: „so gut wie kein Beschäftigungswachstum“ attestierte Stiglitz schon für 2025, für Februar 2026 sieht er „eine beträchtliche Anzahl an Arbeitsplätzen verloren“. Im selben Zeitraum verteuerte sich Essen um 3,1 Prozent, Rindfleisch um satte 14 Prozent, Kaffee sogar um 18 Prozent. Die Tax Foundation rechnet für US-Haushalte 2025 mit einer Zusatzbelastung von etwa 1.000 Dollar, 2026 kommen weitere 600 Dollar hinzu. Trotz Milliarden-Einnahmen für den Staatshaushalt in Höhe von bis zu 662 Milliarden Dollar bis 2035, so kalkuliert es die Tax Foundation, soll das Bruttoinlandsprodukt langfristig wohl um 0,2 Prozent niedriger liegen.

Arbeitsmarkt im Minus und die Angst vor der Stagflation

Das Damoklesschwert über der US-Wirtschaft heißt laut Stiglitz: Stagflation. Wenn Investitionen, etwa in die künstliche Intelligenz, enttäuschen, drohen eine Doppelkrise aus stagnierender Wirtschaftsleistung und hoher Inflation. Genau diese Gefahr habe Präsident Trump mit seiner zollgetriebenen Politik nochmals verschärft. Die Parallelwirkung aus steigenden Preisen, verunsicherten Investoren und zurückhaltenden Konsumenten könnte sich zu einem „gefährlichen Mix“ auswachsen, und das nicht nur in den USA, sondern weltweit. Stiglitz warnt außerdem: Die bisherigen Zölle hätten bislang kaum auf das Handelsdefizit gewirkt und widersprechen dem internationalen Recht ebenso wie dem amerikanischen.

Auch Interessant:

"Die linksradikale Presse weiß das ganz genau" – Wie Donald Trump erneut gegen US-Medien schießt

Äußerst erfolgreich: Was Trump und Putin über den Iran-Krieg wirklich besprochen haben

„Minen ausgelegt worden sein“ – Droht Iran mit Blockade in Straße von Hormus?

Verwendete Quelle:

Ökonom: Trump hat "Handgranate auf die Wirtschaft geworfen"