EZB: Christine Lagarde plant offenbar vorzeitigen Rücktritt wegen Frankreichs Wahlen

Inmitten wachsender politischer Unsicherheiten innerhalb Europas steht die Europäische Zentralbank (EZB) vor einem möglichen Wendepunkt. Gerüchte über einen vorzeitigen Abgang von Christine Lagarde als EZB-Präsidentin sorgen für Unruhe – besonders mit Blick auf die bevorstehenden französischen Präsidentschaftswahlen und den Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte. Was könnte das für die Geldpolitik und die Stabilität der Eurozone bedeuten?
Vor kurzem kamen Gerüchte auf, dass Christine Lagarde über einen vorzeitigen Abschied von der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) nachdenkt. Die Beweggründe dafür liegen weniger im klassischen Politikbetrieb als in einer ziemlich brisanten Gemengelage rund um die kommenden französischen Präsidentschaftswahlen. Die Unsicherheit ist groß: Was passiert eigentlich mit der mächtigen EZB, wenn politische Verhältnisse in Frankreich und Europa kräftig durchgerüttelt werden?
Lagarde und das Rennen um die Macht in Frankreich
Die EZB-Chefin führt die Zentralbank seit November 2019, ihr Vertrag läuft eigentlich noch bis Oktober 2027. Doch laut Berichten der Financial Times möchte Lagarde wohl schon vor den französischen Wahlen im Frühjahr 2027 abtreten. So könnte die Nachfolge rechtzeitig geregelt werden, bevor das Ringen um die Präsidentschaft dort beginnt – und mit ihm der Einfluss auf die künftige europäische Geldpolitik.
Mit Emmanuel Macron darf der amtierende Präsident nicht mehr antreten. Die Stimmung ist aufgeheizt: Der Rassemblement National von Marine Le Pen und Jordan Bardella liegt in Umfragen vorne. Ein Szenario, das bei den Euro-Staaten ordentlich Alarm auslöst.
Plötzlicher Abschied: Wer könnte auf Lagarde folgen?
Eine Entscheidung, wann Lagarde tatsächlich gehen möchte, bleibt aber bis jetzt offen. Ein EZB-Sprecher ließ nach außen verlauten:
„Lagarde konzentriere sich voll und ganz auf ihre Aufgabe und habe keine Entscheidung über das Ende ihrer Amtszeit getroffen.“
Dennoch steht fest, dass sowohl Emmanuel Macron als auch der deutsche Kanzler Friedrich Merz durch einen Wechsel die Gelegenheit hätten, die Personalie frühzeitig in ihrem Sinne zu klären.
Die Liste möglicher Nachfolger zirkuliert bereits: Pablo Hernández de Cos, früherer Notenbankchef Spaniens, Klaas Knot aus den Niederlanden, Bundesbank-Präsident Joachim Nagel und Isabel Schnabel, aktuell Teil des EZB-Direktoriums, stehen im Raum. Schon 2025 laufen einige weitere Verträge innerhalb der Notenbank aus – darunter die von Chefökonom Philip Lane und Schnabel.
Rechtspopulisten im Anmarsch: Droht der Euro neue Unruhe?
Was steckt hinter dem eiligen Personalpoker rund um die EZB? Wie die Financial Times und ntv.de berichten, wächst die Nervosität angesichts eines möglichen Wahlsiegs des Rassemblement National. Nicht nur steht Le Pen wegen des Vorwurfs der Veruntreuung von EU-Geldern vor Gericht, sondern ihr potenzieller Nachfolger Bardella macht sich sogar noch besser in den Umfragen.
Bardella hat sich bereits positioniert und fordert eine „quantitative Lockerung“, also massenhafte Staatsanleihekäufe der EZB zur Entlastung der französischen Finanzen. Das kommt in Berlin jedoch gar nicht gut an – Merz wies diese Idee prompt zurück.
Genau deshalb wollen manche Euro-Regierungen sicherstellen, dass Macron und Merz bei der Frage nach Lagardes Nachfolge noch das Ruder fest in Händen halten – bevor vielleicht ganz andere Kräfte den Ton angeben.
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Lagarde vor Rücktritt: Die EZB fürchtet Frankreichs Rechtspopulisten