Putin setzt Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg ins Spiel © @Presidential Press and Information Office
Veröffentlicht am 11/05/2026 um 12:20 von der Redaktion

Putin setzt Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg ins Spiel

Putin schlägt seinen langjährigen Bekannten Gerhard Schröder als Mittler für Friedensgespräche mit der Ukraine vor. Wie reagieren Deutschland und Kiew auf diesen Vorschlag?

Russlands Präsident Putin sorgte nach der Siegesparade in Moskau für Aufsehen. Statt echter Militärtechnik zeigten die Bildschirme nur Kamerafahrten und Waffenabbildungen. Anschließend schlug Putin vor, Gerhard Schröder als Vermittler im Konflikt mit der Ukraine einzusetzen.

„Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen“, sagte er.

Dabei betonte er, dass direkte Verhandlungen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj nur in Moskau stattfinden könnten:

„Wer sich mit mir treffen will, muss nach Moskau kommen.“

Gespräche an einem anderen Ort seien nur möglich, wenn zuvor eine langfristige Friedensvereinbarung getroffen wurde. Zudem sagte Putin:

„Aber wenn jemand helfen möchte, sind wir dafür dankbar.“

Schröder, der von 1998 bis 2005 Bundeskanzler war, steht seit Jahren in engem Kontakt zu Russland und arbeitete nach seiner politischen Laufbahn für russische Energiekonzerne, unter anderem als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Nord Stream 2 AG. In einem Beitrag in der Berliner Zeitung schrieb Schröder im Januar 2026, dass er gegen die Dämonisierung Russlands als ewigen Gegner sei.

Gemischte Reaktionen in Deutschland

Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend und bezeichnete den Vorschlag Putins als Teil einer „bekannten hybriden Strategie Russlands. Ohne Änderung der russischen Bedingungen, etwa einer Verlängerung der aktuellen Waffenruhe, fehle es an Glaubwürdigkeit, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin. Besonders Schröders Nähe zu Putin wird kritisch gesehen, weshalb sein Bild als neutraler Vermittler zweifelhaft bleibt.

Politisch zeigt sich die Stimmung gespalten: Während Bündnis 90/Die Grünen und die FDP die Vermittlungs-Offerte ablehnen, gibt es in der SPD gespaltene Ansichten. Ralf Stegner (SPD) sagte:

„Ich begrüße jede Initiative, die den Krieg beenden könnte.“

Adis Ahmetovic (SPD) forderte, „jedes Angebot ernsthaft zu prüfen“. Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann betonte, dass ein Vermittler von beiden Seiten akzeptiert werden müsse und zweifelt an Schröders Neutralität, weil er „den Angriff auf die Ukraine nicht klar genug verurteilt“. Die AfD begrüßt eine Vermittlung in jeglicher Form, auch wenn Schröder involviert ist.

Schröders Büro teilte mit, er werde zu Aussagen über Putins Vorschlag keine Stellung nehmen.

Ukraine, Waffenruhe und der Blick nach vorn

Der seit einigen Tagen bestehende Waffenstillstand wurde unter Vermittlung von US-Präsident Donald Trump vereinbart und soll bis zum 11. Mai 2026 gelten. Dennoch berichten beide Seiten von gegenseitigen Verstößen. Der Sprecher der ukrainischen Armee, Viktor Trehubow, bezeichnete die Pause als „eine Art Ruhetag“ mit weniger intensiven Kämpfen, den beide Seiten nutzen, um Nachschub und Personal zu verlegen.

Putin zeigte sich optimistisch, sagte aber zugleich:

„Es ist nach wie vor eine ernste Angelegenheit.“

Er warf Europa vor, den Konflikt mit „Technik und Technologie“ zu unterstützen und appellierte, Europa solle stattdessen auf Russland zugehen. Der slowakische Premier Robert Fico warnte vor einer neuen Spaltung Europas und sagte:

„Ich lehne einen neuen Eisernen Vorhang zwischen der EU und Russland ab.“

Präsident Selenskyj begrüßte Putins Gesprächsbereitschaft, ohne jedoch auf die Bedingungen einzugehen. In seiner Videoansprache erklärte er:

„Wir haben ihn ein wenig dazu gedrängt, und wir sind schon lange auf diese Treffen vorbereitet.“

Die klare Botschaft: Gespräche ja, aber nicht um jeden Preis.

Debatte um Schröders Rolle

Gerhard Schröder selbst äußert sich nicht zu dem Vorschlag. Bekannt ist er als Ex-Kanzler mit engen wirtschaftlichen Verflechtungen zu Russland, was seine Rolle als möglicher Vermittler umstritten macht. Britta Haßelmann (Grüne) bezeichnete Schröder als „persona non grata“ in Europa und sieht das Vertrauen in seine Neutralität als erschüttert an.

Viele Beobachter werten den Vorstoß Putins als taktisches Manöver, das vom Krieg ablenken soll. Die Diskussion bleibt offen und zeigt, wie komplex und verhärtet die Fronten in diesem Krieg derzeit sind.

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Verwendete Quelle:

Angriffskrieg auf Ukraine: Putin bringt Gerhard Schröder als Vermittler für Gespräche mit Kiew ins Spiel