„Wir werden uns niemals mit euch arrangieren“ Trumps Friedensplan sorgt für Spott im Iran

Donald Trump präsentiert sich noch als Vermittler, doch aus Teheran ertönt Hohn und Ablehnung. Wieso schmettert Iran das amerikanische Angebot so entschlossen ab – und was passiert in der Krisenregion gerade?
Das Weiße Haus hatte große Erwartungen an seinen 15-Punkte-Plan für den Frieden im Golf. Doch kaum wurde das Papier von Donald Trump und seinem Sondergesandten Steve Witkoff über den pakistanischen Vermittler nach Teheran geschickt, kam von dort eine klare Botschaft: Ablehnung, und zwar öffentlich. Der iranische Militärsprecher Ebrahim Zolfaghari machte im Staatsfernsehen deutlich, was er von den amerikanischen Offerten hält. Mit Sätzen wie „Haben Ihre internen Konflikte einen Punkt erreicht, an dem Sie mit sich selbst verhandeln?“ und „Bezeichnen Sie Ihr Scheitern nicht als Einigung!“ ließ Irans Führung keinen Zweifel zu, dass sie die Vorschläge aus Washington nicht ernst nimmt.
Friedensplan trifft auf harte Ablehnung – Lage am Golf spitzt sich zu
Der von den USA skizzierte Friedensplan war nach Angaben von Axios und The New York Times ziemlich weitreichend: Die Vernichtung zentraler Nuklearanlagen, das komplette Ende der Urananreicherung sowie der Raketenproduktion und freie Durchfahrt für die internationale Schifffahrt durch die Meerenge von Hormus standen auf Amerikas Forderungsliste. Im Gegenzug stellte Washington eine Lockerung der wirtschaftlichen Sanktionen in Aussicht. Hoffnungsvoll reichte Trump das Angebot an die iranische Führung weiter und behauptete, Teheran wolle „unbedingt einen Deal abschließen“. Doch das Regime reagierte nicht nur kühl, sondern offen spöttisch. Zolfaghari sagte:
„Unser erstes und unser letztes Wort war vom ersten Tag an dasselbe und das wird auch so bleiben: Wir werden uns niemals mit euch arrangieren. Nicht jetzt. Niemals“.
Die iranische Seite legte mit eigenen Bedingungen nach, so berichtet es The Wall Street Journal: Ein kompletter US-Truppenabzug aus der Golfregion sowie ein dauerhafter Gebühren- und Kontrollmechanismus für den Schiffsverkehr durch Hormus – Kosten, die Teheran bereits als „Kriegszeiten-Sicherheitsaufschlag“ erhebt. Für Washington kommen solche Gegenforderungen nicht in Frage. Damit ist die diplomatische Sackgasse aktuell komplett.
Militärische Eskalation und Auswirkungen auf Zivilisten
Parallel zur gescheiterten Diplomatie eskaliert die Lage am Golf weiter. Seit gut drei Wochen lähmt der bewaffnete Konflikt nicht nur die Region: Der Schiffsverkehr durch den strategisch entscheidenden Hormus ist praktisch zum Erliegen gekommen. Attacken der Revolutionsgarden haben die Durchfahrt für Handelsschiffe fast vollständig blockiert, der Öl- und Gaspreis erlebt seit Anfang März einen Höhenflug. Auch der amerikanische Truppenaufmarsch bleibt nicht ohne Folgen: Der Washington Post zufolge wurden rund 3.000 Fallschirmjäger der 82. Division in die Region verlegt – andere Medien wie The New York Times nennen über 2.000 Soldaten. Sie könnten im Fall einer Bodenoffensive gegen den Iran als Vorhut dienen, eine finale Entscheidung gibt es darüber aber noch nicht.
Zuletzt war auch die zivile Infrastruktur wieder Ziel von Angriffen. In der Nacht wurde ein Treibstofflager am internationalen Flughafen von Kuwait Ziel einer iranischen Drohne – zwar gab es keine Verletzten, doch ein Feuer brach aus. Auch Saudi-Arabien und Bahrain waren betroffen: Laut saudischer Regierung wurden mehrere Drohnen sowie eine ballistische Rakete abgefangen, in Bahrain ertönten zeitweise die Warnsirenen. Israelisch-amerikanische Luftschläge trafen unterdessen die Stadt Tabris im Nordwesten des Irans, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim meldet. Dabei starben laut offiziellen Angaben sieben Zivilisten, Ziel waren Wohnhäuser von Eisenbahnern.
Spott statt Dialog – Einigung in weiter Ferne
Die öffentliche Demütigung der USA mag in Teheran zwar für Zufriedenheit sorgen, doch eine Entspannung am Golf ist damit nicht in Sicht. Beide Seiten geben sich unnachgiebig, und während Washington die militärische Präsenz weiter ausbaut, setzt der Iran auf Gegenmaßnahmen, die das internationale Wirtschaftsleben massiv treffen. Leidtragende sind letztlich die Menschen in der Region – und die Weltmärkte, die mit jedem neuen Zwischenfall nervöser reagieren.
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Verwendete Quelle:
Donald Trump: Demütigung im Staatsfernsehen – Mullahs verhöhnen US-Präsidenten