„Der Stromzähler steht nicht still“ – was hinter plötzlichen Kostenexplosionen stecken kann

„Der Stromzähler steht nicht still“ – was hinter plötzlichen Kostenexplosionen stecken kann
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„Der Stromzähler steht nicht still“ – was hinter plötzlichen Kostenexplosionen stecken kann

Wenn auf einmal dreistellige Summen für Strom auf dem Kontoauszug auftauchen, ist Panik oft die erste Reaktion. Trotzdem gibt es ganz konkrete Gründe – und Wege, wie Betroffene gegen falsche Abrechnungen vorgehen können.

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Plötzlich landet ein Brief im Briefkasten und die neue Stromrechnung raubt fast den Atem: Laut Abrechnung hat ein Haushalt, der sich kaum verändert hat, in einem Jahr dreimal so viel Strom verbraucht wie sonst. Für viele beginnt in diesem Moment das große Rätselraten. Hat jemand heimlich Strom abgezapft? Oder steckt ein Fehler dahinter? Genau mit solch einer Situation wandte sich ein Leser an die t-online-Ratgeberredaktion – und seine Frage trifft einen Nerv, denn viele Menschen in Deutschland erleben bei ihren Stromkosten immer wieder Überraschungen.

Stromverbrauch explodiert: Was ist eigentlich noch „normal“?

Der Experte aus der Redaktion spricht von einer „unnormalen Entwicklung“, wenn sich die Stromkosten ohne erkennbaren Grund plötzlich verdreifachen. Für einen Haushalt mit einer oder zwei Personen gilt ein Jahresverbrauch bis zu 3.000 Kilowattstunden als Richtwert – das entspricht, je nach Tarif, einer Summe von 900 bis 1.200 Euro. Haushalte mit drei oder vier Personen sollten bei bis zu 4.000 Kilowattstunden pro Jahr und rund 1.600 Euro bleiben, sofern der Strompreis zwischen 30 und 40 Cent pro Kilowattstunde liegt. Höhere Preise, etwa über 40 Cent, sind Anlass, den Anbieter zu wechseln, rät die Redaktion.

Wenn der Zähler spinnt oder der Tarif heimlich steigt

„Der Stromzähler steht nicht still“ – solche Sätze hört man oft, wenn Geräte alt oder defekt sind, irgendwo im Haus Leitungen marode geworden sind oder jemand den Tiefkühl-Schrank seit Monaten nicht abgetaut hat. Auch ein defekter Stromzähler kann für falsche Werte sorgen. Wer sichergehen will, schaltet am besten alle Sicherungen aus und schaut nach, ob der Zähler tatsächlich stillsteht. Wenn nicht, handelt es sich wahrscheinlich um einen Zählerfehler. Dann sollte man auf einen Austausch sowie eine Korrektur der Abrechnung bestehen.

Doch auch menschliche Fehler sind möglich. Oft „schätzt“ der Netzbetreiber den Verbrauch, wenn kein aktueller Wert gemeldet wurde. Hier lohnt sich eine Überprüfung und die Korrektur durch einen selbst abgelesenen Zählerstand. Bei Streitigkeiten hilft die Schlichtungsstelle Energie e.V..

Kritisch wird es, wenn der Versorger ohne Ankündigung den Preis nach oben schraubt. In der Grundversorgung sind sechs Wochen Vorlauf Pflicht, Verträge müssen auch offiziell veröffentlicht werden. Bei gesonderten Verträgen reichen vier Wochen Vorlauf. Passiert das nicht, ist die Preiserhöhung unwirksam und ein Sonderkündigungsrecht greift. Hilfe gibt’s auch bei der Verbraucherzentrale.

Was tun bei Schockrechnung? So gehen Verbraucher jetzt vor

Wenn die Rechnung überhaupt keinen Sinn ergibt, sollten Betroffene sofort widersprechen: Das heißt, den Zählerstand melden, einen fehlerhaften Verbrauch belegen und auf Vermittlung bestehen. Gerade wenn der Preis sprunghaft gestiegen ist, sollte geprüft werden, ob der Anbieter alle gesetzlichen Fristen eingehalten hat. Übrigens: Verbraucher können sogar Beträge zurückverlangen, falls klar ist, dass die Abrechnung auf fehlerhaften Grundlagen beruht.

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Verwendete Quelle:

Stromrechnung: Das können die Ursachen für einen Anstieg sein