„Wir untersagen hiermit jegliche weitere Verwendung“ Alphaville stellt sich gegen Donald Trump © @alphaville.music
Veröffentlicht am 16/04/2026 um 11:00 von der Redaktion

„Wir untersagen hiermit jegliche weitere Verwendung“ Alphaville stellt sich gegen Donald Trump

Donald Trump und Musik – keine einfache Liebesgeschichte. Nun wehrt sich die deutsche Kultband Alphaville lautstark dagegen, dass ihr Song „Forever Young“ plötzlich für Trumps Zwecke herhalten soll. Was steckt hinter dem Streit und wie reagiert Alphaville?

Eigentlich kennt man „Forever Young“ von Alphaville als hymnischen Soundtrack für große Gefühle. Doch als Donald Trump genau diesen Song für eine politische Video-Botschaft auf Truth Social wählt, platzt der Band endgültig der Kragen. In dem Clip, den Trump kürzlich online stellte, sieht man animierte Sequenzen, die ihn in sämtlichen Altersstufen zeigen – angefangen bei einer Darstellung als vierjähriger Junge.

Die deutsche Synthie-Pop-Band Alphaville lässt diese Aktion nicht unkommentiert. Auf ihrem offiziellen Instagram-Kanal veröffentlichen sie ein knallhartes Statement, unterzeichnet von Gründungsmitglied Marian Gold. Nicht das erste Mal, dass die Musiker ihren berühmtesten Hit gegen politische Vereinnahmung verteidigen – bereits 2024 wurde eine ähnliche Debatte laut, als das Stück von AfD-Anhängern in sozialen Netzwerken massiv geteilt wurde.

Klares Statement gegen Trump und Republikaner

Was diesmal anders ist: Marian Gold macht in seiner Botschaft unverblümt deutlich, wie groß die Ablehnung gegenüber Donald Trump und der republikanischen Partei ausfällt. Wörtlich stellt er klar: „Da wir, die Band Alphaville, Trumps politischen Ansichten in keiner Weise zustimmen und sie sogar weitgehend verabscheuen, werden wir dafür sorgen, dass dieser Beitrag unverzüglich aus dem Internet entfernt wird.“ Besonders ein Satz aus dem Statement sorgt für klare Verhältnisse:

„Wir untersagen hiermit jegliche weitere Verwendung von Alphaville-Musik durch die Republikanische Partei und ihren Präsidenten.“

So eine deutliche Kante ist im internationalen Musikgeschäft selten zu hören.

Alphaville bleibt politisch – und setzt Tradition fort

Das Aufbegehren der Musiker hat Tradition. Schon 2024 rollte eine Welle der Empörung, nachdem die AfD „Forever Young“ für Wahlslogans missbraucht hatte. Marian Gold und seine Kollegen stellten sich damals prompt dagegen, ließen wenig Zweifel an ihrer Haltung zu. Dass es nun zur Kollision mit Donald Trump kommt, wirkt fast schon wie die Fortsetzung dieser Linie – nur eben auf weltpolitischer Bühne.

Alphaville wurde 1982 in Münster gegründet, von Marian Gold, Bernhard Lloyd und Frank Mertens. Hits wie „Big in Japan“ und eben „Forever Young“ sollen nicht zum Spielball von Parteien werden. Klar ist: Für Alphaville bleibt Musik Privatsache – und jede politische Anbiederung ein absolutes No-Go.

Streit um Musikrechte: Ein Muster, das Schule macht?

Immer wieder geraten große Musiker ins Kreuzfeuer, wenn bekannte Songs auf politischen Bühnen auftauchen. Alphaville reiht sich damit in eine lange Liste internationaler Künstler ein, die mit aller Deutlichkeit fordern, ihre Werke nicht für politische Kampagnen zu verwenden. Ob Trumps Team nun einlenkt und das Video tatsächlich entfernt, bleibt abzuwarten – eines aber ist sicher: „Forever Young“ bleibt für Alphaville ein persönliches Statement, kein Propagandainstrument.

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Verwendete Quelle:

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