„Ich kann alles damit machen, was ich will“ Trumps Pläne für Kuba werfen Fragen auf

„Ich kann alles damit machen, was ich will“ Trumps Pläne für Kuba werfen Fragen auf
© @potus
„Ich kann alles damit machen, was ich will“ Trumps Pläne für Kuba werfen Fragen auf

Die jüngsten Aussagen von Donald Trump sorgen in Havanna, Washington und Miami für heftige Diskussionen. Droht Kuba wirklich eine Zeitenwende – oder bleibt alles beim Alten?

In Kuba brodelt es. Nach Jahrzehnten sozialistischer Herrschaft steht das Land erneut im Mittelpunkt weltweiter Debatten – diesmal, weil Donald Trump mit lauten Worten die Zukunft der Karibikinsel ins Visier nimmt.

„Ich glaube, ich werde die Ehre haben, Kuba zu übernehmen“, verkündete der US-Präsident

Eine Ansage, die selbst altgediente Beobachter stutzen ließ. Seit der Revolution 1959 unter Fidel Castro reiht sich eine US-Regierung nach der anderen in die Liste der Einflussnehmer ein: vierzehn Präsidenten, unzählige Geheimdienstaktionen, Attentatspläne gegen Politiker und nicht zu vergessen das langjährige Wirtschaftsembargo. Doch was bringt Trumps Kurs jetzt anders?

Eine Insel am Limit: Wirtschaft am Abgrund, Alltag im Ausnahmezustand

Die Realität auf Kuba ist heute geprägt von enormen Schwierigkeiten. Die Wirtschaft leidet massiv, die Energiekrise hat ein beängstigendes Ausmaß erreicht – „der Strom fällt stundenlang aus“, berichten die Menschen auf der Insel. Verantwortlich dafür macht Havanna den von Trump erneut verschärften Ölboykott. Supermärkte sind oft leer, Medikamente fehlen – und die Frustration wächst. Auch US-Politiker wie Marco Rubio mischen mit:

„Kubas Wirtschaft muss sich ändern, und das ist nur möglich, wenn sich das Regierungssystem ändert. So einfach ist das.“

Rubio hatte im Februar 2026 jedoch eingeräumt:

„Es muss sich nicht von heute auf morgen ändern. Hier sind alle reif und realistisch.“

Das zeugt von wachsendem Pragmatismus, aber der Ton bleibt scharf.

Kubanischer Widerstand, Stimmen aus dem Exil und das Gefühl von Ungewissheit

Viele Exil-Kubanerinnen und -Kubaner in Miami wünschen sich einen entschiedenen Kurs:

„Wenn jemand echte Veränderungen bewirken kann, dann ist er es“, urteilt Maria Elvira Salazar über Trump.

Gleichzeitig bleibt sie skeptisch:

„Mit den Castros kann man nicht verhandeln.“

Die Regierung auf der Insel hält jedoch eisern dagegen. Präsident Miguel Díaz-Canel stellt klar:

„Unser politisches System steht nicht zur Debatte.“

Der ranghohe Diplomat Carlos Fernández de Cossio betont, dass es nun Priorität habe:

„Unser Volk davor zu bewahren, von einer ausländischen Macht eingenommen zu werden und es um Jahrzehnte zurückzuversetzen, in ein Kuba, das wir längst hinter uns gelassen haben.“

Die Journalistin Yoani Sánchez vom Onlineportal 14ymedio bringt es auf den Punkt:

„In Kuba geht es nicht nur darum, wann die Regierung fällt, sondern auch darum, welches Land noch übrig sein wird, wenn die Diktatur endgültig über uns zusammenbricht.“

Der berühmte Schriftsteller Leonardo Padura, inzwischen 70 Jahre alt, beschreibt im spanischen Blatt ABC ein Land im Ungewissen. Er spürt „ein hohes Maß an Ungewissheit“ und sagt offen:

„Derzeit könnte ich nicht sagen, was mit meinem Land, mit meinem eigenen Leben passieren kann.“

Diese Ratlosigkeit teilt er mit vielen Kubanerinnen und Kubanern, die nicht wissen, was nach möglichen Umbrüchen noch von Kuba übrig bleibt.

Wie geht es weiter? Trumps Drohungen, Hoffnung – und Angst vor dem Kontrollverlust

Trumps Rhetorik lässt kaum Zweifel an seinem Machtanspruch:

„Kuba ist als Nächstes dran.“

Er nennt die Insel zwar „eine wunderschöne Insel“ – doch gleichzeitig auch einen „gescheiterten Staat“. Sein Ultimatum bringt Unruhe in die ohnehin aufgeheizte Stimmung:

„Ob ich es befreie, oder es übernehme. Ich kann alles damit machen, was ich will.“

Während Teile der kubanischstämmigen Gemeinschaft in Miami tatsächlich auf schnelle Veränderungen hoffen, sehen andere darin vor allem eines – eine Gefahr für die ohnehin schon fragile Situation auf der Insel.

„Wenn die Macht beim Regime bleibt, ist das keine Reform“, so Salazar.

Kubas Führung blockt alle Versuche ab, am System zu rütteln, und betont, der sozialistische Kurs sei nicht verhandelbar.

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Verwendete Quelle:

Donald Trump: Trump und Kuba: Was steht der Karibikinsel bevor?