„Das ist eine Unverschämtheit“: Heino verklagt AfD wegen Wahlwerbung mit seinem Namen © Heino
Veröffentlicht am 20/04/2026 um 10:25 von der Redaktion

„Das ist eine Unverschämtheit“: Heino verklagt AfD wegen Wahlwerbung mit seinem Namen

Schlagerstar Heino zieht vor Gericht, weil die AfD in Brandenburg versuchte, ihn heimlich als Werbefigur für die Landratswahl einzuspannen. Was steckt hinter dem lauten Streit um seinen Namen und ein Volkslied?

Heino, die markante Stimme des deutschen Schlagers, fühlt sich überrumpelt: Ohne sein Wissen nutzte die AfD Uckermark nicht nur seinen Namen, sondern auch einen seiner bekanntesten Hits im Netz, um für ihren Landratskandidaten Felix Teichner Stimmung zu machen. Wenige Tage vor den Wahlen wurde das Ganze öffentlich – und schlug Wellen.

Es begann mit einem Facebook-Post am 17. April. Darin inszenierte sich Felix Teichner mit Sonnenbrille vor Deutschlandfahne, während „Blau blüht der Enzian“ von Heino im Hintergrund lief. Dazu prangte der Spruch:

„Am Sonntag würde Heino Felix wählen“.

Heino selbst war entsetzt, wie er später in mehreren Medien betonte:

„Ich empfinde es als Unverschämtheit, mich ungefragt zum Gesicht einer Partei zu machen.“

Die Kombination von Musik, Schlagersstar-Image und politischer Empfehlung gefiel ihm gar nicht – und löste einen juristischen Aufschrei aus.

Konflikt um Rechte und Ruf: Heinos klare Kante gegen die AfD

Heinos Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Noch während er auf Deutschlandtournee unterwegs war – auf dem Programm stehen Volkslieder und das Singen der Nationalhymne – kontaktierte sein Anwalt umgehend den AfD-Kreisverband Uckermark sowie Felix Teichner. Die Forderung: Unverzügliche Unterlassung, eine rechtlich bindende Erklärung (strafbewehrte Unterlassungserklärung) und satte 250.000 Euro Schmerzensgeld, so stand es auch in den offiziellen Schreiben an die Partei. Seine Haltung bringt sein Manager Helmut Werner auf den Punkt:

„Das ist eine Unverschämtheit, und das geht zu weit.“

Die Sache ist für das Heino-Lager mehr als nur ein persönliches Ärgernis. In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder Gerüchte um eine Nähe des Sängers zum politischen Rand – bis heute werden ihm rechtes Gedankengut unterstellt, was sein Management als kompletten Unsinn abtut:

„absurd, Heino eine rechte Gesinnung zu unterstellen. Er steht für konservative Werte, hat aber mit der AfD nichts zu tun.“

Tatsächlich unterstützte Heino bei der Bundestagswahl 2025 Friedrich Merz und rief zur CDU-Wahl auf, von der AfD aber will er sich öffentlich klar distanzieren.

Reaktionen, Recht und Reputation: Der Schlagabtausch mit Felix Teichner

Felix Teichner, der AfD-Kandidat, reagierte zunächst damit, das beanstandete Posting zu löschen und eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Ob ihm bewusst war, welchen Stein er damit ins Rollen brachte? Öffentlich blieb er gelassen und beharrte laut Bild:

„Ich habe die Aussage im Konjunktiv gehalten, es ist keine Tatsachenbehauptung.“

Und weiter:

„Man kann auch mal die Kirche im Dorf lassen.“

Ein persönliches Treffen mit Heino oder seinem Manager kann sich Teichner durchaus vorstellen, nur bezahlen will (oder kann) er das aufgerufene Schmerzensgeld nicht: 250.000 Euro könne er „sein ganzes Leben lang nicht abbezahlen“.

Das Heino-Team gibt sich dennoch unnachgiebig, denn bei Wahlen gehe es nicht um kleine Missverständnisse. Sie wollen ein Zeichen setzen, dass prominente Namen nicht ohne Rücksprache vor den Karren spannender Parteien gespannt werden dürfen. Helmut Werner sieht hinter dem Ganzen sogar ein gesamtgesellschaftliches Problem:

„Es ist ein großes Problem in Deutschland, dass man das Thema Heimat mehr oder weniger einer Partei überlassen hat, und zwar der falschen.“

Die Konsequenz: Die Sache landet vor dem Landgericht Neuruppin, Unterlassung und Schmerzensgeld werden offiziell gefordert, mit der Warnung, dass auch bei jeder anderen Partei juristisch durchgegriffen worden wäre.

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